Sonntag, 22.05.2022 13:55 Uhr

Die Story über einen Rollator den keiner wollte 24.01.22

Verantwortlicher Autor: Uwe Hildebrandt Hamburg, 24.01.2022, 16:21 Uhr
Kommentar: +++ Lokale Nachrichten +++ Bericht 5763x gelesen
Rollatoren sind für viele eine echte Lebenshilfe
Rollatoren sind für viele eine echte Lebenshilfe  Bild: Pixabay.com / Fotograf: Antranias

Hamburg [ENA] Seit langer Zeit gibt es auf NDR Info eine sogenannte Podcast Rubrik im Radio. Dort werden Interviews mit Experten, Fachleuten oder auch Betroffenen zu bestimmten Themengebieten geführt, Kurznachrichten gesendet oder auch eine Rubrik bedient, die es schon geschätzt seit 20 Jahren gibt.

Ich nenne das mal Die Bürgerhilfe. Die Sendung beim NDR heisst: „ Der NDR mischt sich ein „ und schildert immer Montags einen aktuellen Fall. Die Sender haben unterschiedliche Namen für die Rubrik, es geht aber immer um die gleiche Sache. Bürger fühlen sich im Umgang mit Behörden oder öffentlichen Institutionen im Stich gelassen, bekommen nicht ihr vermeintliches Recht, sind vermeintlich betrogen worden, ihr Urlaub war nicht wie zugesagt und anderes mehr. An sich eine gute Sache, das Bürgern zu ihrem Recht verholfen wird, aber es muß auch wahr sein. Und dieser geschilderte Fall ist mir aufgestossen. Deshalb dieser Bericht, urteilen Sie selbst.

Quelle dieser Story ist das NDR Info Radio vom 19.01.2022. In diesem speziellen Fall geht es um einen Rollator. Die Geschichte geht so: Dieser wurde vom medizinischen Dienst empfohlen und vom Arzt einer Rentnerin verschrieben, diese geht mit ihrem Mann daraufhin in ein Sanitätshaus und kauft schließlich mit Zuzahlung von über 170.- Euro einen Rollator. Mit dem sie später zu Hause gar nichts anfangen kann. Weil sie für den Rollator viel zu schwach ist, so der Mann. Dann wollen sie den Rollator zurückgeben, doch das Sanitätshaus lehnt ab. NDR Info schaltet sich ein, spricht mit der Krankenkasse, die aber verweist an das Sanitätshaus zurück.

NDR Info läßt sich von einer Verbraucherzentrale informieren: Wurde das Ehepaar eigentlich fachgerecht beraten, das es auch Kassenmodelle mit nur 10 Euro Zuzahlung gäbe, das sei doch wohl Pflicht des Sanitätshauses ? Die Verbraucherzentrale behauptet, das wäre nicht der Fall, denn Pflicht sei es, auch ein günstiges Kassenmodell anzubieten. Nanu, woher weiß der Sprecher der Verbraucherzentrale denn, das das nicht der Fall war ? Davon im Bericht keine Aussage. Erst behauptet der Mann der Rentnerin es sei nur ein Modell vorgeführt worden, dann findet er aber in seinen häuslichen Unterlagen einen Beleg dafür, das die erforderliche Beratung bestätigt.

Erneut an das Sanitätshaus gewandt, erwirkt der NDR schließlich, das das Ehepaar 50 Euro zurückbekommt. Womit der Mann natürlich nicht einverstanden ist aber besser als gar nix. Ab jetzt werde er genau hinsehen, bevor er unterschreibt, so seine letzte Einlassung in dem Bericht. Was mich an der ganzen Geschichte so wundert und im Bericht natürlich nicht erwähnt wird: Warum verschreibt der medizinische Dienst einen Rollator wenn die Rentnerin den gar nicht benutzen kann ? Das wird doch vorher geprüft und auch nachgefragt, ob sie den haben will, der wird einem doch nicht einfach „ auf´s Auge gedrückt „, schon wegen der Kosten nicht.

Und der Arzt der den verschrieben hat wird doch der Hausarzt sein, der kennt doch die Patientin und verschreibt doch nicht einfach so wenn er der Ansicht ist, das überfordere die Rentnerin. Das hätte die Rentnerin doch spätestens auch beim Sanitätshaus sagen können und ich bin mir sicher, das dort auch Musterrollatoren zum Probefahren zur Verfügung stehen. Was in dem Bericht auch nicht gesagt wird: Wie lange ist denn der Zeitraum zwischen Kauf und Rückgabe gewesen ? Eine Ausrede wegen des Alters, von wegen, man habe das Kleingedruckte nicht gelesen.

Entschuldigung, das ist ja so wie die Geschichte vom Enkeltrick, JEDER weiß heutzutage und das ist doch schon immer so, das man Verträge durchliest bevor man unterschreibt. Und ich glaube auch nicht, das ein alteingesssenes Sanitätshaus seinen Ruf auf´s Spiel setzt wegen popligen 170 Euro, nur um einer Rentnerin einen teuren Rollator unterzujubeln. Und Hochverkauf ist nicht nur zulässig, sondern heutzutage völlig üblich, bei Brillen z. B. auch Tagesgeschäft. Dafür bin ich Kunde das ich ablehnen kann. Ich habe natürlich beim NDR Presseabteilung nachgefragt und eine Stellungnahme erbeten, nö, keine Lust. Heisst beim NDR: Keine Antwort, keine Stellungnahme.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Photos und Events Photos und Events Photos und Events
Info.