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Tim Eitel-Vorschläge für Nachbilder- in Rostock

Verantwortlicher Autor: Ekkehart Nupnau Rostock, 02.06.2024, 20:32 Uhr
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Tim Eitels Ausstellung in der Kunsthalle Rostock- eine geheimnisvolle Welt mit der Kraft  der Stille
Tim Eitels Ausstellung in der Kunsthalle Rostock- eine geheimnisvolle Welt mit der Kraft der Stille   Bild: Ekkehart Nupnau

Rostock [ENA] Tim Eitel hat sich weltweit in den letzten 20 Jahren als einer der wichtigsten Vertreter der Zeitgenössischen Malerei etabliert. Dies sagte Dr. Jeanette Stotschek bei der Eröffnung der Ausstellung " Vorschläge für Nachbilder" in der Kunsthalle in Rostock. 54 Gemälde und Aquarelle sind zu sehen.

Die stellvertretende Direktorin und Leiterin Sammlungen des MdbK Leipzig hielt eine mitreißende Laudatio auf den in Leonberg geborenen 53-jährigen Künstler, der alltägliche, intime Szenen malt, die auf ein immenses Vertrauen zwischen Künstler und Abgebildeten schließen lassen. Seine Bilder erzählen uns keine Geschichten, aber sie regen uns an. Eitel sucht die Erfahrung des Augenblicks , teilt das Bild durch scharfe Kante und erzeugt mit ein und demselben Bild zwei verschiedene Momente. Personen werden von ihm manchmal nur schemenhaft dargestellt. Sie schaffen Spiegelungen, die real kaum fassbar sind. Eitels Bilder drücken lang gehegte Wünsche aus, laden zum Verweilen ein. Vieles ist zu sehen und mitzunehmen, so Dr. Jeannette Stoschek.

Dr. Jeanette Stoschek hielt die Laudatio.
Tim Eitel und Kunsthallenchef Dr. Jörg-Uwe Neumann
In Ruhe in Eitels Bildwelt eintauchen - Bilder sehen, die einem bisher verschlossen waren.

Tim Eitel wurde 1971 in Leonberg geboren und studierte von 1997 bis 2001 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig Malerei. Als Meisterschüler von Professor Arno Rink entwickelte er seinen charakteristischen Malstil, der oft von der Konzentration auf den Moment und die subtile Interaktion zwischen Figuren und ihrer Umgebung geprägt ist. Eitels Werke zeigen Begegnungen in modernistischen Museumsräumen, in Landschaften, architektonischen Strukturen und Farbfeldern. Die klaren Linien und dunklen Flächen verleihen den Darstellungen eine tiefe, in der die Protagonisten fast zu verschwinden scheinen. Internationale Museen und Kunstsammlungen schmücken sich mit der Kunst von Tim Eitel.

Der Schlüssel zu Tim Eitels Kunst scheint im zwischenmenschlichen Bereich zu liegen und an den Orten, an denen sich diese entwickeln. So beschreibt es Michael Bracewell im Katalog zur Ausstellung. Die einfachen Dinge, die wir sehen, sind alle kompliziert, so Bracewell. Während wir das Bild betrachten,nehmen wir den Dialog auf. Beispielhaft ist die Erfahrung der 49-jährigen Marina Sch. aus Wismar. Sie betrachtete intensiv mehrere Minuten das Bild Les Peintres. Drei Frauen in Alltagskleidung berühren sich. Zwei von ihnen liegen vorne, die rechte Person lacht mit geschlossenen Augen. Die linke Frau hält ihren Kopf zwischen den Händen. Ihr Ausdruck ist gleichgültig. Die dritte Frau legt ihre Hände auf. Die Köpfe bilden ein Dreieck.

Der Kopf der oberen Frau konzentriert sich auf die rechte Dame. Sie scheint das Aneinander zu genießen. Als die Besucherin ihre Augen öffnet, fließen Tränen. Die Nachbilder in ihrem Kopf haben Emotionen ausgelöst. Sie möchte nicht reden, ist aber unendlich dankbar, was dieses Bild mit ihr gemacht hat. Diese Erfahrung war ihr ungeheuer wichtig. Sie hat etwas gesehen, was das Bild nicht zeigt, aber sie bewegt. Beim weiteren Rundgang durch die elektrisierende Ausstellung schreibt der Künstler bereitwillig Widmungen. Sein ständiger Begleiter ist an der Leine. Loulou -eine sechsjährige Sheltie-Hündin. Und in dieser lockeren Atmosphäre adelt Tim Eitel Dr.Jörg-Uwe Neumann. Rostocks Kunsthalle gehört für ihn deutschlandweit auf Platz eins!

Dialog mit Publikum und den Werken
Was sieht jeder hinter den Bildern ?
Loulou ist aufmerksamer Begleiter
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