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art KARLSRUHE neues Format "re:discover"

Verantwortlicher Autor: Karl J. Pfaff Karlsruhe, 16.02.2024, 19:57 Uhr
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Karlsruhe [ENA] Die kommende art KARLSRUHE legt einen besonderen Akzent auf Künstlerinnen und Künstler, die trotz der hohen künstlerischen Qualität ihres Werks (noch) nicht die gebührende Aufmerksamkeit erfahren haben. Das Förderprogramm re:discover bietet künstlerischen Positionen, die aus unterschiedlichen Gründen unter dem Radar geblieben sind, erstmals auf einer Kunstmesse einen breiten Raum.

Insgesamt 20 Künstlerinnen und Künstler wurden von einer Fachjury aus den Bewerbungen der Aussteller der art KARLSRUHE für die erste Auflage des Programms re:discover ausgewählt. Es wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler e.V. (BVDG). Darunter befindet sich der Medienkunst-Pionier Dieter Jung, den das Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) in Karlsruhe vor einiger Zeit in einer Einzelausstellung präsentierte (Galerie Kornfeld, Berlin). Mit seinen Hologrammen hat er bereits in den 1980er Jahren die Grenzen der Zweidimensionalität aufgebrochen und mit Licht und Laser-Skulpturen die kinetische Kunst bereichert.

Eine konsequente Position vertritt die Künstlerin Rune Mields (Galerie Judith Andreae, Bonn). Sie arbeitet mit mathematischen Zeichen und untersucht in ihren Werken das abstrakte Beziehungsgeflecht, das durch deren Verbindungen entsteht. Sie gehört mit ihrer wissenschaftlichen Arbeitsweise und der Vermittlung von Wissen zu den „ Spurensuchern“ unter den Kunstschaffenden. Die 2022 im Alter von 76 Jahren gestorbene Filmemacherin Dore O. (Galerie Ricarda Fox, Mülheim) – sie nahm an der documenta 5 und 6 teil – wurde als eine der „wichtigsten Pionierinnen des deutschen Experimentalfilms“ bezeichnet. Ihr Gesamtwerk besteht aus Filmen, Büchern, Bildern und Fotos.

Das malerische Werk von Dieter Schosser (Galerie Alfred Knecht, Karlsruhe) zeichnete sich in den Anfangsjahren durch formale Strenge aus: „Kreis, Dreieck und Quadrat sind nicht viel, und doch fast alles“ – so beschrieb der Künstler den Kern seines Schaffens. Erst in seinem Spätwerk emanzipierte er sich von derlei Vorgaben und entfaltet eine große künstlerische Freiheit. Schosser nutzt nun auch Plastiktüten und weggeworfenes Papier als Malgrund und malt mit Kaffee oder Spülmittel. Dadurch entstanden sehr spontane, unkonventionelle Werke. Der in Berlin lebende Künstler Frank Oehring (Malte Uekermann Kunsthandel, Berlin) ist im Kunstmarkt nur wenigen Insidern gut bekannt.

In den vergangenen Jahrzehnten verwirklichte der Designer zahllose Arbeiten im öffentlichen und halböffentlichen Raum. So schuf er Anfang der siebziger Jahre das ikonische Leit- und Informationssystem sowie die zentrale Lichtskulptur im ICC Berlin. Für Freunde und Auftraggeber war er Lichtbringer und Zeichensetzer privater Interieurs. Das Förderprogramm re:discover will auch einen Beitrag zur Debatte über künstlerische Nachlässe und die Mechanismen des Kunstmarkts leisten. Integraler Bestandteil des Projektes ist deshalb eine Präsentation des Künstler:innen-Archivs Brauweiler.

Seit ihrer Eröffnung im Jahr 2010 gilt die in einer ehemaligen Abtei nahe Köln gelegene Institution als Modellprojekt für den Umgang mit Nachlässen. Unter der Leitung der Stiftung Kunstfonds werden hier ausgewählte künstlerische Vermächtnisse als kulturelles Erbe bewahrt, erforscht und ausgestellt. Das Begleitprogramm zum Format „re:discover“ bietet Einblicke in den Kunstmarkt und beleuchtet die verschiedenen Perspektiven und Vermittlungspraktiken seiner Akteure. Das ARTIMA art meeting, findet am 22. und 23. Februar auf der Messe statt und wird sich mit Vorträgen sowie Paneldiskussionen dem Thema „Wie Kunst und Kunstmarkt von Wiederentdeckungen profitieren“ widmen.

Mit dem Förderprogramm re:discover bietet die art KARLSRUHE ihren Besuchern eine einmalige Entdeckungstour. Alle präsentierten Künstlerinnen und Künstler haben ein breiteres Œuvre geschaffen und sind mit einer großen Vielfalt an Werken und Werkgruppen am Stand ihrer Galerien präsent. Interessenten können sich bei geführten Rundgängen mit den einzelnen künstlerischen Positionen vertraut machen. (P.S.)

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