Dienstag, 23.04.2024 01:02 Uhr

125 Millionen Menschen durch Trachom gefährdet

Verantwortlicher Autor: Dieter Theisen/Tanja Plenk Bensheim/Duisburg, 24.02.2024, 16:49 Uhr
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Bensheim/Duisburg [ENA] Mindestens jeder achte Mensch ist weltweit von vernachlässigten Tropenkrankheiten (Neglected Tropical Diseases, kurz NTD) betroffen oder bedroht. Trotz dieser alarmierenden Zahl wird immer noch zu wenig gegen diese Krankheiten unternommen. Ohne den Einsatz von lokalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern würden all diese Menschen keine Hilfe bekommen. Dabei können sie zum Beispiel zu dauerhafter Blindheit führen.

Im Februar gibt es dazu auch einen kostenlosen Online-Vortrag. Einer der wichtigsten Mitarbeiter im lokalen Bereich ist Esaaya Tikam. Ohne den 43-Jährigen würden viele Menschen durch Trachom erblinden, eine der NTD. Tikam ist seit 18 Jahren medizinischer Assistent in einem CBM-geförderten Augenzentrum in Kamerun. Er hat jeden Tag alle Hände voll zu tun. Und doch will er keinen anderen Job machen: „Meine Motivation kommt von dem Mitgefühl für die Kranken.“

Der Erreger der Augeninfektion Trachom wird durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Er gelangt zum Beispiel über die Hände in die Augen. Im Endstadium, nach vielen Infektionen über Jahre hinweg, ist die Bindehaut vernarbt, die Wimpern drehen sich zum Auge hin und scheuern über die Hornhaut. Das bereitet Schmerzen und trübt die Sicht. 125 Millionen leben unter dem akuten Risiko, an der Augeninfektion zu erkranken und damit zu erblinden.

Gemeinsam mit seinen Kollegen geht Tikam deshalb neben dem Dienst in der Klinik regelmäßig in abgelegene Regionen des Landes. Dort klären sie auf, finden Kinder und Erwachsene mit Trachom-Infektionen und behandeln sie. Ihre Patienten kennen oft nicht die Ursachen für ihre Schmerzen und sie ahnen nicht, dass ihnen geholfen werden kann. : „Die Schmerzen und der Sehverlust, die durch das Trachom verursacht werden, können mit einfachen Mitteln vermieden werden.“ so Tikam. Eine Salbe hilft bei leichten Fällen. Und wenn die Infektion fortgeschritten ist, erlöst eine Operation die Menschen von den Schmerzen und verhindert eine Erblindung. Der vierfache Vater und Augenkrankenpfleger hat eine Zusatzausbildung und darf selbst operieren.

Von einem Kind, das er rechtzeitig behandeln konnte, erzählt der Experte mit strahlenden Augen: „Einer der Fälle, die mich mit Freude erfüllt haben, ist der eines siebenjährigen Jungen namens Zorobabel. Nach seiner Operation wurde er wieder in die Schule aufgenommen und ist der beste Schüler seiner Klasse.“ Das sind die Fälle, für die er lange und arbeitsreiche Tage auf sich nimmt. Und das sind die Geschichten, für die die CBM Augenzentren und die Außeneinsätze unterstützt.

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